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BF-Webinare Technik: Herbst-/Wintersemester 2016

Mit etwas Verspätung möchte ich auf die nächsten Webinare aus der Schulungsreihe Technik des BF (Bundesverband Flachglas) hinweisen. Diese Webinare sind grundsätzlich auch für Nicht-BF-Mitglieder offen. Schwerpunktmäßig werden im Herbst Themen für Einsteiger angeboten, die dann im nächsten Frühjahr mit weiteren Webinaren vertieft werden.

Ich bin als Referent am 29.11.2016 mit dem Webinar-Modul Glasbruch I dabei. Das Webinar Abstandhalter/Warme Kante I ist bereits vorbei. Im Frühjahr folgen dann wieder die Aufbaukurse.

Das Angebot der BF-Technik-Webinare bis Mitte Dezember mit Beschreibung der Inhalte und Referenten sowie die Online-Anmeldung finden Sie auf der Homepage des BF hier.

Wärmebrücken an Fenstern und Fassaden

An dieser Stelle möchte ich auf meinen neuesten Artikel hinweisen, der in Heft 3-2016 der Zeitschrift Bauen+ von Fraunhofer IRB-Verlag/Bundesanzeiger Verlag erschienen ist. Ich empfehle ihn als Lektüre für alle, die etwas tiefer in die Materie der „warmen Kante“ einsteigen möchten. Zum Artikel geht es hier.

Nähere Informationen zur Fachzeitschrift bauen+ finden Sie unter www.bauenplus.de.

Psi-Werte für Fassaden – was lange währt…

Soeben wurden die BF-Datenblätter ‚Psi-Werte Fassadenprofile‘ freigeschaltet. Direkt zu den neuen Datenblättern gelangen Sie hier.

Zum Hintergrund:
Wärmedurchgangskoeffizienten Ucw von Vorhangfassaden werden nach DIN EN ISO 12631 ermittelt. Für Elementfassaden oder Pfosten-Riegel-Fassaden kann das in dieser Norm beschriebene „Verfahren mit Beurteilung der einzelnen Komponenten“ verwendet werden. Für dieses Verfahren gibt die Norm mit den Tabellen B.1 und B.2 die Psi-Werte Ψmg bzw. Ψtg für Festverglasungen in Pfosten-Riegel vor. Alternativ können Ψmg bzw. Ψtg für den individuellen Fall auch detailliert mit FEM-Software berechnet werden. Naturgemäß sind die Fassaden-Psi-Werte deutlich größer als die Wärmebrücke am Glasrand von Fensterflügeln. Deshalb dürfen die BF-Datenblätter ‚Psi-Werte Fenster‘ nicht für Fassadengläser verwendet werden.

Um auch für den Bereich der Fassaden eine Lösung anbieten zu können, die das Potential von warmer Kante besser ausschöpft als die Werte der Normtabelle B.2, hat der Arbeitskreis Warme Kante des BF (Bundesverband Flachglas) in seinem 6. Forschungsvorhaben durch das ift Rosenheim zunächst die Grundlagen für die Bestimmung von repräsentativen Psi-Werten für Festverglasungen in Pfosten-Riegel-Fassaden ermitteln lassen. Dabei wurden drei repräsentative Fassadenprofile definiert, in denen dann die repräsentativen Fassaden-Psi-Werte für die Datenblätter der einzelnen Warme-Kante-Systeme berechnet wurden.

ift-Richtlinie WA-22/1:
Die neue ift-Richtlinie WA-22/1 „Wärmetechnisch verbesserte Abstandhalter Teil 3: Ermittlung des repräsentativen Psi-Wertes für Fassadenprofile“ beschreibt die Vorgehensweise im Detail und macht klare Vorgaben dafür, wann die repräsentativen Fassaden-Psi-Werte für die Ermittlung von Ucw verwendet werden dürfen.

Die ift-Richtlinie kann beim ift Rosenheim hier kostenpflichtig bestellt werden, das Inhaltsverzeichnis der ift-Richtlinie WA-22/1 finden Sie hier.

„Bedienungsanleitung“ für die BF-Datenblätter:
Das BF-Merkblatt 004 enthält in seiner neuesten Version eine allgemeine Einführung in das Thema warme Kante und erläutert die Randbedingungen für die Nutzung der BF-Datenblätter für Fenster und für Fassaden. Als „Extra“ wurde ein Kapitel über die Wärmetechnische Behandlung von Sprossenfenstern aufgenommen. Die Lektüre dieses Merkblattes möchte ich Ihnen dringend empfehlen! Zum kostenlosen download geht es hier lang.

 

Und nochmal Sprossenfenster!

Für das GFF-Magazin habe ich umfassende Informationen zum Thema Sprossen zusammengestellt. Den kompletten Beitrag zur Entstehungsgeschichte von Sprossen, zu den Sprossenarten sowie die Erläuterung, warum repräsentative Sprossen-Psi-Werte vorteilhafter sind als pauschale Aufschläge auf den Uw-Wert finden Sie beim GFF-Magazin online hier.

 

Sprossenfenster – besser als ihr wärmetechnischer Ruf

Sprossen sind ein unverzichtbares Gestaltungsmittel für die Ansichten von Gebäuden. Aber nicht nur Aluminium-Abstandhalter im Randverbund, auch Sprossen im Scheibenzwischenraum von Zweifach- oder Dreifach-Isoliergläsern sind wärmetechnische „Störstellen“, die bei der Ermittlung des Uw-Wertes von Fenstern berücksichtigt werden müssen.

In meinem neuen Webinar „Sprossen“ für den BF (Bundesverband Flachglas) am Mittwoch, den 13.4.2016 erkläre ich, warum es bei Fenstern überhaupt Sprossen gibt, welche Sprossenarten bei Mehrscheiben-Isoliergläsern möglich sind und wie Sprossenfenster gerechter wärmetechnisch bewertet werden können als mit den hohen Pauschalaufschlägen der Produktnorm für Fenster, EN 14351-1.

Zur Anmeldung für die BF Webinarreihe Technik auf der BF-homepage gelangen Sie hier.

Lauwarme Kante? Gibt es nicht!

Nur um es nochmal klarzustellen: „Warme Kante“ bezeichnet einen Isolierglas-Randverbund mit wärmetechnisch verbessertem Abstandhalter. Für dieses „wärmetechnisch verbessert“ gibt es eine eindeutige Definition. Sie findet sich in der relevanten, international gültigen Norm für den Wärmedurchgangskoeffizienten von Fenstern, DIN EN ISO 10077 Teil 1 ebenso wie in der Norm für das wärmetechnische Verhalten von Vorhangfassaden, DIN EN ISO 12631. Beide Normen enthalten jeweils eine Tabelle mit linearen Wärmedurchgangskoeffizienten Ψ (Psi-Werten) für Abstandhalter aus Aluminium und Stahl und eine zweite Tabelle mit niedrigeren Werten für Abstandhalter mit wärmetechnisch verbesserter Leistungsfähigkeit. Die Definition hilft in Zweifelsfällen zu entscheiden, welche der beiden Tabellen die richtige ist.

Nach dieser Definition sind Abstandhalter aus Stahl eindeutig nicht wärmetechnisch verbessert. „Warme Kante“ beginnt mit Edelstahl-Abstandhaltern. Edelstahl weist gegenüber Aluminium und Stahl eine deutlich geringere Wärmeleitfähigkeit auf – nicht umsonst sind die Griffe von Stahl-Kochtöpfen oft aus Edelstahl.

Deshalb ist es nicht in Ordnung, wenn Stahlabstandhalter als „etwas“ wärmetechnisch verbessert angepriesen werden. Und übrigens: Die Farbe schwarz alleine ist auch kein ausreichender Hinweis auf dämmtechnische Qualitäten. Aluminium und Stahl lassen sich ebenso schwarz lackieren wie Edelstahl. Lauwarme Kante – so etwas gibt es nicht!

 

 

BF-Webinare Technik: Frühjahr-/Sommersemester 2016

Im Frühjahr/Sommer bietet der BF im Rahmen seiner Webinar-Reihe Technik überwiegend Themen an, die auf dem Programm des letzten Semesters aufbauen.

Ich bin mit folgenden Webinaren dabei:

Mittwoch, 20.1.2016 – Abstandhalter / Warme Kante – Teil II
Donnerstag, 3.3.2016 – Glasbruch – Teil II
Mittwoch, 13.4.2016 – Sprossen
Donnerstag, 2.6.2016 – Kondensation bei Isolierglas

Das komplette Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie [hier], auf der Homepage des BF. Ich würde mich freuen, wenn Sie dabei sind.

Glaser – der Beruf

An der Gewerblichen Akademie für Glas-, Fenster- und Fassadentechnik in Karlsruhe geht man neue Wege, um den Lehrberuf des Glaserhandwerks attraktiv zu machen und Nachwuchs für das Handwerk zu werben.

Das finde ich sehr gelungen, Respekt!

 

Was hilft gegen die Sommerhitze?

Jeder weiß, dass ein Thermosbehälter Gekühltes lange kalt und Erhitztes heiß hält. Kühlschränke sind heute extrem gut gedämmt, weil jeder weiß, dass sie sonst große Stromfresser wären. Sind Sie schon mal auf die Idee gekommen, die Kühlschranktüre einen Spalt aufstehen zu lassen? Wohl kaum.

Ein klimatisiertes Gebäude ist nichts anderes als ein großer Kühlschrank. Doch was kann man dieser Tage leider oft beobachten? Klimaanlagen sind auf arktische Temperaturen eingestellt und Türen/Fenster stehen auf. Kühlenergie wird verschleudert, und die Kosten für ihre Erzeugung übertreffen noch die Heizkosten im Winter. Sie fragen sich vielleicht, was das alles mit warmer Kante zu tun hat. Nun, natürlich spielt bei diesem Thema die Dämmung der Gebäudehülle eine große Rolle.

Trotz der großen Sommerhitze soll es im Gebäude möglichst kühl sein. Dafür muss man verhindern, dass die Hitze von außen eindringt. Ist sie erst mal drin, hat man große Mühe und Kosten, sie wieder hinauszuschaffen.

Dabei ist es immer die Wärme, die sich bewegt – und zwar dann, wenn ein Temperaturgefälle vorliegt, egal in welche Richtung. Bei beheizten Gebäuden betrachtet man a) Transmissionswärmeverluste, d.h. den direkten Wärmedurchgang durch die Gebäudeaußenhülle (Wände, Dach, Fenster usw.) und b) Lüftungswärmeverluste durch Fugen, undichte oder im Extremfall offene Fenster und Türen. Bei klimatisierten Gebäuden gelten grundsätzlich dieselben Mechanismen, nur in umgekehrter Richtung. Hinzu kommen die Effekte der direkten Sonneneinstrahlung über die Verglasungen.

Dass es sich bei sehr guter Wärmedämmung im Winter sehr viel komfortabler wohnen lässt, hat sich in unseren Breitengraden mittlerweile herumgesprochen. Dass es der Wärme aber egal ist, ob sie von drinnen nach draussen oder von draussen nach drinnen strömt, ist noch nicht jedem wirklich klar.

Im Sommer dauert es bei sehr gut gedämmten Gebäuden deutlich länger, bis die Wärme ins Innere vordringt, als bei einem schlecht gedämmten Altbau – vorausgesetzt, man hält die Fenster und Türen geschlossen, um ein Eindringen mit der Luft zu verhindern. (Das geht allerdings auf Dauer nur, wenn man eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung hat.) Zur Auskühlung werden die Nachtstunden genutzt. Sobald die Außentemperatur am morgen wieder die Raumtemperatur erreicht hat, werden die Fenster alle geschlossen und möglichst noch mit Rolläden verschattet. Dann herrschen an diesen Tagen mit extremer Sommerhitze z.B. in einem KfW70-Gebäude angenehme 24 °C, bei Außentemperaturen von 32 °C und mehr.

Was braucht man für ein sehr gut gedämmtes Gebäude? Gut gedämmte Wände, sehr gut gedämmte und dichte Fenster mit Dreifach-Verglasung – natürlich mit warmer Kante im Randverbund – sowie eine Außenverschattung, um die im Sommer unerwünschten solaren Gewinne zu verhindern. Ohne wärmetechnisch verbesserte Abstandhalter, d.h. mit herkömmlichen Aluminium-Abstandhaltern, hätten alle Fenster ringsherum am Rand ein „Schlupfloch“, durch das die Wärme schneller nach innen geleitet wird.

Deshalb gilt: Richtig investiert man in eingesparte Energie durch verbesserte Gebäudedämmung. Das schont auf lange Zeit den Geldbeutel und hilft außerdem dem Klima.

Denn Wärme, die man gar nicht erst hineinlässt, muss man nicht durch Klimaanlagen aufwändig wieder hinausbefördern. So geht’s!

 

 

Warme Kante – Profilstangen der Zukunft

Für wärmetechnisch verbesserten Randverbund gibt es unterschiedliche Ansätze: Hohlkammerprofile („Stangen“) aus schlecht wärmeleitenden Materialien, flexible Schaumprofile von der Rolle oder thermoplastisches Material aus dem Fass. In meinem Artikel für Heft 5/2015 der GLASWELT, den Sie hier nachlesen können, finden Sie eine Übersicht über die aktuell angebotenen Stangenlösungen – mit einem Ausblick zur Zukunft von warmer Kante.